Wer im Münchner Westen wohnt, kennt die Schlagzeilen über Taschendiebe am Pasinger Bahnhof, Fahrradklau rund um den Laimer Bahnhof oder Einbruchsserien in den Reihenhausvierteln von Obermenzing.[7] Doch wie sieht das Lagebild tatsächlich aus, wenn man sich die offiziellen Zahlen ansieht?
Wir haben die Auswertung "Straftaten in den Stadtbezirken 2025" des Statistischen Amts München auf Basis der Daten des Polizeipräsidiums München[1] ausgewertet und zeigen, wie sicher die westlichen Stadtbezirke Pasing-Obermenzing, Laim, Aubing-Lochhausen-Langwied, Allach-Untermenzing und Hadern im Vergleich zum Rest der Stadt sind, wo die meisten Straftaten registriert werden und wie sich die Lage gegenüber 2023 entwickelt hat.
Was meinen wir mit "München-West"?
München-West ist keine amtliche Verwaltungseinheit. Die Stadt ist in 25 Stadtbezirke gegliedert.[6] Wir fassen unter München-West die fünf klassischen Westbezirke zusammen: Pasing-Obermenzing (21), Laim (25), Aubing-Lochhausen-Langwied (22), Allach-Untermenzing (23) und Hadern (20). Wo es passt, ordnen wir auch angrenzende Bezirke wie Sendling-Westpark und Neuhausen-Nymphenburg ein. Alle Fallzahlen stammen aus der amtlichen Stadtbezirks-Statistik, die Werte pro 100.000 Einwohner haben wir mit den Bevölkerungszahlen zum 31.12.2025 selbst berechnet.[4]
- Wie viele Straftaten gab es 2025 im Münchner Westen?
- Der Westen im Vergleich: So sicher sind die Bezirke gegenüber dem Rest Münchens
- Straftaten je 100.000 Einwohner in den Westbezirken
- Die häufigsten Delikte im Münchner Westen
- Kriminalität im Zeitverlauf: Westen 2023 gegen 2025
- Wer sind die Tatverdächtigen in München?
- Tatverdächtige in München nach Staatsangehörigkeit
- Häufige Fragen zur Kriminalität im Münchner Westen
- Quellen
Wie viele Straftaten gab es 2025 im Münchner Westen?
2025 hat die Polizei in den fünf Westbezirken zusammen 9.214 Straftaten[1] erfasst, die sich einem Stadtbezirk zuordnen ließen. Verteilt auf rund 290.552 Einwohner ergibt das eine Häufigkeitszahl von etwa 3.172 Straftaten pro 100.000 Einwohner. Das ist ein wichtiger Wert: er rechnet die Bevölkerungsgröße heraus und macht Bezirke unterschiedlicher Größe erst vergleichbar.
Zur Einordnung: Für das gesamte Stadtgebiet München lag die Häufigkeitszahl 2025 nach Angaben des Polizeipräsidiums bei rund 5.798 Straftaten je 100.000 Einwohner.[2] Der Münchner Westen liegt also klar unter dem Stadtschnitt. München bleibt damit zum 50. Mal in Folge die sicherste Millionenstadt Deutschlands.[2]
Wie sind die Zahlen pro 100.000 Einwohner zu lesen?
Die Häufigkeitszahl ist die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner. Eine reine Fallzahl sagt für sich allein wenig aus: ein großer Bezirk mit vielen Straftaten kann pro Kopf trotzdem sicherer sein als ein kleiner Bezirk mit weniger Vorfällen. Wir berechnen die Häufigkeitszahl hier aus der amtlichen Fallzahl und der Einwohnerzahl zum 31.12.2025, weil das Statistische Amt sie nicht je Bezirk ausweist.
Der Westen im Vergleich: So sicher sind die Bezirke gegenüber dem Rest Münchens
Ordnet man alle 25 Münchner Stadtbezirke nach Straftaten pro 100.000 Einwohner, landen die Westbezirke durchweg im sichereren Teil der Tabelle. Allach-Untermenzing ist 2025 mit rund 2.588 Straftaten je 100.000 Einwohner der sicherste der fünf Westbezirke. Münchenweit ganz vorn liegen allerdings zwei Bezirke außerhalb des Westens, Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln und, mit minimalem Abstand, ebenfalls Allach-Untermenzing selbst. Die folgende Auswahl zeigt die Spannweite vom belastetsten bis zum sichersten Bezirk und ordnet die fünf Westbezirke ein.
| Rang | Stadtbezirk | Straftaten je 100.000 Einwohner (2024) |
|---|---|---|
| 1 | Altstadt-Lehel | 33.306 |
| 2 | Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt | 19.685 |
| 4 | Schwabing-Freimann | 7.827 |
| 6 | Au-Haidhausen | 5.658 |
| • | Stadtgebiet München (Schnitt) | 5.798 |
| 16 | Pasing-Obermenzing | 3.622 |
| 14 | Laim | 3.787 |
| 17 | Neuhausen-Nymphenburg | 3.410 |
| 21 | Aubing-Lochhausen-Langwied | 2.815 |
| 23 | Hadern | 2.619 |
| 24 | Allach-Untermenzing (sicherster Westbezirk) | 2.588 |
Der Spitzenwert von Altstadt-Lehel täuscht ein wenig: in der Innenstadt halten sich tagsüber sehr viel mehr Menschen auf, als dort gemeldet sind, deshalb fällt die auf die Wohnbevölkerung gerechnete Häufigkeitszahl extrem hoch aus. Für die Wohnviertel im Westen gilt dieser Verzerrungseffekt kaum, weshalb die niedrigen Werte dort die gefühlte Sicherheit gut treffen. Wichtig zur Einordnung: Der citywide sicherste Bezirk ist nicht Teil des Westens, sondern Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln, das mit Allach-Untermenzing praktisch gleichauf liegt.
Straftaten je 100.000 Einwohner in den Westbezirken
Innerhalb des Westens gibt es ein klares Gefälle: die städtisch geprägten Bezirke entlang der großen Verkehrsachsen liegen vorn, die ruhigen Villen- und Reihenhausviertel am Stadtrand bilden das Schlusslicht. Anders als noch im Vorjahresvergleich hat dabei Allach-Untermenzing Hadern als sichersten Westbezirk knapp abgelöst.
Straftaten je 100.000 Einwohner in den fünf Westbezirken 2025. Eigene Berechnung aus Fallzahlen (Statistisches Amt München) und Einwohnerzahlen zum 31.12.2025.
Laim führt das interne Ranking 2025 mit rund 3.787 Straftaten je 100.000 Einwohner an, dicht gefolgt von Pasing-Obermenzing mit rund 3.622. Das hat mit der Lage zu tun: beide Bezirke liegen an großen Bahnknoten, Pasing zusätzlich mit Pasing Arcaden, Fußgängerzone und dichten Geschäftsstraßen als wichtigstem Verkehrs- und Einkaufsknoten im Münchner Westen, und an solchen Orten werden Ladendiebstahl, Taschendiebstahl und Körperverletzung am häufigsten registriert.
Am ruhigsten ist 2025 Allach-Untermenzing mit rund 2.588 Straftaten je 100.000 Einwohner, knapp vor Hadern (2.619) und Aubing-Lochhausen-Langwied (2.815). Diese drei Bezirke sind überwiegend von Wohnbebauung, Einfamilienhäusern und Grünflächen geprägt und liegen pro Kopf am unteren Ende ganz Münchens.
Die häufigsten Delikte im Münchner Westen
Wie überall in München macht Diebstahl auch im Westen den größten Anteil aus, gefolgt von Rohheitsdelikten wie Körperverletzung, Raub und Bedrohung. Die folgende Tabelle zeigt die amtlichen Fallzahlen 2025 für die fünf Westbezirke nach den Hauptgruppen der Polizeilichen Kriminalstatistik.[1]
| Stadtbezirk | Straftaten gesamt | Rohheitsdelikte / gegen pers. Freiheit | Diebstahl (einfach) | Diebstahl (schwer) | Sexualdelikte |
|---|---|---|---|---|---|
| Pasing-Obermenzing | 2.962 | 583 | 656 | 534 | 94 |
| Laim | 2.178 | 446 | 462 | 359 | 69 |
| Aubing-Lochhausen-Langwied | 1.779 | 474 | 324 | 303 | 73 |
| Hadern | 1.357 | 279 | 202 | 248 | 61 |
| Allach-Untermenzing | 938 | 245 | 139 | 149 | 36 |
Was hinter den nüchternen Zahlen steckt:
- Diebstahl dominiert. Zählt man einfachen und schweren Diebstahl zusammen, ist in jedem Westbezirk rund jede dritte bis vierte registrierte Straftat ein Diebstahl. In Pasing-Obermenzing allein sind das 1.190 Fälle (656 einfacher plus 534 schwerer Diebstahl).
- Rohheitsdelikte sind die zweitgrößte Gruppe. Darunter fallen Körperverletzung, Raub, Nötigung und Bedrohung. Pasing-Obermenzing führt mit 583 Fällen, was zur hohen Tagesfrequenz rund um Bahnhof und Einkaufslagen passt.
- Sexualdelikte sind selten, aber vorhanden. Die Fallzahlen reichen von 36 in Allach-Untermenzing bis 94 in Pasing-Obermenzing. Stadtweit sind Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung 2025 um 65,9 Prozent gestiegen, während die Rohheitsdelikte insgesamt um 4,3 Prozent zunahmen.[2]
- Diebstahlsdelikte sind insgesamt rückläufig. Münchenweit sanken die Diebstahlsdelikte 2025 um 7,8 Prozent auf 31.468 Fälle, sie machen damit weiterhin rund 32 Prozent der Gesamtkriminalität aus.[2] Eine bezirksscharfe Einbruchszahl weist die Stadtbezirks-Statistik nicht gesondert aus.
Kriminalität im Zeitverlauf: Westen 2023 gegen 2025
Eine lange Zeitreihe auf Bezirksebene veröffentlicht das Statistische Amt nicht, wohl aber jeweils eine Momentaufnahme pro Jahr. Der Vergleich der amtlichen Stadtbezirks-Tabellen 2023 und 2025[1] zeigt für den Westen ein insgesamt rückläufiges Bild.
| Stadtbezirk | Fälle 2023 | Fälle 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Pasing-Obermenzing | 3.150 | 2.962 | -6,0 % |
| Laim | 2.243 | 2.178 | -2,9 % |
| Aubing-Lochhausen-Langwied | 1.792 | 1.779 | -0,7 % |
| Hadern | 1.401 | 1.357 | -3,1 % |
| Allach-Untermenzing | 986 | 938 | -4,9 % |
| Westen gesamt | 9.572 | 9.214 | -3,7 % |
Über alle fünf Bezirke zusammen sind die Fallzahlen von 9.572 (2023) auf 9.214 (2025) gesunken, ein Minus von rund 3,7 Prozent, in allen fünf Bezirken gleichermaßen. Am stärksten fiel der Rückgang in Pasing-Obermenzing aus. Da die Bevölkerung im Westen im selben Zeitraum leicht gewachsen ist, fällt der Rückgang pro Kopf sogar noch etwas deutlicher aus als die reinen Fallzahlen vermuten lassen.
Wer sind die Tatverdächtigen in München?
Hinweis zur Datenebene
Tatverdächtigen-Merkmale wie Staatsangehörigkeit oder Alter veröffentlicht das Statistische Amt nicht je Stadtbezirk. Die folgenden Angaben gelten für das gesamte Stadtgebiet München und lassen sich nicht ohne Weiteres auf den Westen übertragen.
München bleibt im bundesweiten Vergleich auffällig sicher. Die Aufklärungsquote lag 2025 stadtweit bei 62,9 Prozent (2024: 60,3 Prozent)[2], ein Spitzenwert unter den deutschen Großstädten. Bei den Rauschgiftdelikten gab es 2025 einen weiteren deutlichen Rückgang um 31,9 Prozent auf 4.117 Fälle (2024: 6.042), vor allem getrieben durch den anhaltenden Cannabisgesetz-Effekt seit dem 1. April 2024.[2]
Tatverdächtige in München nach Staatsangehörigkeit
Hinweis zur Datenebene
Auch die Staatsangehörigkeit der Tatverdächtigen veröffentlicht das Polizeipräsidium München nur für den gesamten Zuständigkeitsbereich der Behörde (Stadt und Landkreis München), nicht je Stadtbezirk. Die folgenden Angaben gelten für den gesamten Präsidiumsbereich und lassen sich nicht auf Pasing-Obermenzing, Laim, Aubing-Lochhausen-Langwied, Allach-Untermenzing oder Hadern einzeln übertragen.
2025 hat die Münchner Polizei 45.926 Tatverdächtige ermittelt (ohne ausländerrechtliche Verstöße), 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr (44.080).[2] Rund drei Viertel der Tatverdächtigen waren männlich.
| Tatverdächtige 2025 (ohne ausländerrechtliche Verstöße) | Anzahl | Anteil | Vorjahr 2024 |
|---|---|---|---|
| Tatverdächtige insgesamt | 45.926 | 100,0 % | 44.080 |
| Männlich | 34.276 | 74,6 % | 33.040 |
| Deutsche | 22.433 | 48,8 % | 22.001 |
| Nichtdeutsche | 23.493 | 51,2 % | 22.079 |
| darunter Zuwanderer | 4.728 | 10,3 % | 3.926 |
Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger stieg 2025 weiter auf 51,2 Prozent, gegenüber 50,1 Prozent im Vorjahr.[2] Wie beim Anzeigeverhalten insgesamt gilt: Touristen, Pendler und Durchreisende sind in diesen Zahlen enthalten und treiben den Anteil auswärtiger und nichtdeutscher Tatverdächtiger in einer Großstadt wie München nach oben.
Wichtige methodische Einschränkungen
Die Zahlen sollten ohne diese Einordnungen nicht weitergegeben werden:
- Tatverdächtige sind keine verurteilten Täter. Die Polizeiliche Kriminalstatistik erfasst Verdachtsfälle nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen.[5] Eine spätere Verurteilung ist damit nicht ausgesprochen, bis zum Urteil gilt jeder Tatverdächtige als unschuldig.
- Nicht alle Straftaten lassen sich einem Bezirk zuordnen. Die Stadtbezirks-Tabelle enthält nur die Fälle, die einem konkreten Stadtbezirk zugewiesen werden konnten.[1] Stadtweit liegt die Gesamtzahl daher höher als die Summe der Bezirke.
- Tagesbevölkerung verzerrt Innenstadtwerte. Bezirke mit vielen Pendlern, Touristen und Einkaufsverkehr wie die Altstadt erscheinen pro gemeldetem Einwohner extrem belastet, ohne dass die dort Wohnenden entsprechend gefährdet wären.
- Anzeigeverhalten ist nicht neutral. Nicht jede Straftat wird angezeigt. Anzeigequoten unterscheiden sich nach Delikt, sozialem Umfeld und Wohnviertel und beeinflussen, welche Fälle überhaupt in die Statistik einfließen.
Häufige Fragen zur Kriminalität im Münchner Westen
Welcher Stadtbezirk im Münchner Westen gilt als sicherster?
Allach-Untermenzing ist 2025 mit rund 2.588 Straftaten pro 100.000 Einwohner der sicherste Westbezirk. Citywide liegt nur noch Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln (nicht Teil des Westens) auf vergleichbarem Niveau. Hadern folgt mit rund 2.619 auf Platz zwei im Westen. Absolut ist die Fallzahl in Allach-Untermenzing mit 938 Fällen die niedrigste aller fünf Westbezirke.
Welcher Westbezirk hat die höchste Kriminalitätsrate?
Laim führt den Westen 2025 mit rund 3.787 Straftaten pro 100.000 Einwohner knapp vor Pasing-Obermenzing (3.622) an. Bei der absoluten Fallzahl liegt dagegen Pasing-Obermenzing mit 2.962 Fällen vorn, weil der Bezirk mehr Einwohner hat. Der Grund für die hohen Werte in beiden Bezirken ist die Bündelung von Bahnhof, Einkaufszentrum und Geschäftsstraßen.
Wie sicher ist der Münchner Westen im Vergleich zur übrigen Stadt?
Sehr sicher. Mit rund 3.172 Straftaten pro 100.000 Einwohner liegt der Westen deutlich unter dem Stadtschnitt von rund 5.798. Alle fünf Westbezirke rangieren in der unteren Hälfte der 25 Münchner Stadtbezirke, drei davon (Allach-Untermenzing, Hadern, Aubing-Lochhausen-Langwied) sogar ganz am sicheren Ende.
Wie hoch ist die Aufklärungsquote in München?
Eine bezirksscharfe Aufklärungsquote weist die Statistik nicht aus. Stadtweit lag sie 2025 bei 62,9 Prozent, nach 60,3 Prozent im Vorjahr. Damit gehört München zu den deutschen Großstädten mit der höchsten Aufklärungsquote.
Wie hat sich die Kriminalität im Westen zuletzt entwickelt?
Zwischen 2023 und 2025 sind die Fallzahlen in den fünf Westbezirken zusammen um rund 3,7 Prozent gesunken, von 9.572 auf 9.214 Fälle. Der Rückgang zeigt sich in allen fünf Bezirken, am stärksten in Pasing-Obermenzing. Gemessen an der leicht wachsenden Einwohnerzahl fällt der Rückgang pro Kopf sogar noch etwas deutlicher aus.
Wie hoch ist der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger in München?
Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München lag der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger 2025 bei rund 51,2 Prozent, gegenüber 50,1 Prozent im Vorjahr.[2] Dieser Wert gilt für den gesamten Präsidiumsbereich (Stadt und Landkreis München), nicht gesondert für die fünf Westbezirke, und enthält auch Touristen, Pendler und Durchreisende. Die Statistik erfasst zudem nur die Staatsangehörigkeit, nicht den Migrationshintergrund.