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Mietspiegel München-West: Das gilt für den Westen 2025

Der Mietspiegel für München 2025 ist seit dem Frühjahr gültig. München-West reicht vom teuren Laim bis zum günstigeren Aubing, doch die ortsübliche Vergleichsmiete hängt immer von Baujahr, Größe, Ausstattung und Lage ab.

Von Gunnar Brandt | 27. Juni 2026
Mietspiegel München-West: Das gilt für den Westen 2025 © Foto: GFreihalter / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Die Landsberger Straße in München-Pasing.

München gehört seit Jahren zu den teuersten Wohnstandorten Deutschlands, und der Westen der Stadt bildet da keine Ausnahme. Vom dicht bebauten Laim über die villengeprägten Ränder von Pasing-Obermenzing bis zu den weiten, vergleichsweise günstigen Lagen in Aubing: Wer hier eine Wohnung neu anmietet, eine Mieterhöhung bekommt oder einfach wissen will, ob der eigene Vertrag noch marktgerecht ist, kommt am Mietspiegel für München nicht vorbei.

Seit Frühjahr 2025 gilt der neue, qualifizierte Mietspiegel für München 2025.1 Er löst die Ausgabe von 2023 ab und ist auch für den Münchner Westen das wichtigste Werkzeug, um faire Mieten zu prüfen. Dieser Service-Artikel erklärt Schritt für Schritt, was der Mietspiegel überhaupt ist, wie du die Berechnung liest und wie du für eine konkrete Adresse in München-West die ortsübliche Vergleichsmiete ermittelst.

Was dich erwartet

Was der Mietspiegel ist und wofür er rechtlich gilt

Der Mietspiegel ist eine offizielle Übersicht über die ortsübliche Vergleichsmiete. Er bildet ab, welche Nettokaltmiete pro Quadratmeter für eine bestimmte Art von Wohnung in München üblich ist. Herausgegeben wird er von der Landeshauptstadt München, erstellt im Auftrag des Sozialreferats unter Beteiligung von Mieter- und Vermietervertretern.

Rechtlich basiert der Mietspiegel auf den Paragrafen 558 und 558d des Bürgerlichen Gesetzbuchs.2 München verfügt über einen sogenannten qualifizierten Mietspiegel. Das bedeutet: Er ist nach wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt und genießt vor Gericht eine Vermutungswirkung.3 Solange ein qualifizierter Mietspiegel nicht älter als zwei Jahre ist, müssen Vermieter bei Mieterhöhungen auf ihn Bezug nehmen.

Der Mietspiegel hat damit drei zentrale Funktionen. Erstens dient er als Grundlage für Mieterhöhungen im laufenden Mietverhältnis, die nur bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete zulässig sind. Zweitens wird er bei der Mietpreisbremse für Neuvermietungen herangezogen, die in München flächendeckend gilt.4 Drittens ist er Schiedsrichter in jeder Auseinandersetzung über die angemessene Miete.

Aktueller Stand: Mietspiegel für München 2025

Den Mietspiegel für München 2025 hat die Vollversammlung des Stadtrats am 26. März 2025 als qualifizierten Mietspiegel anerkannt.1 Für die Berechnung waren alle frei finanzierten Wohnungen relevant, bei denen im Zeitraum Februar 2018 bis Januar 2024 ein neuer Mietvertrag geschlossen oder die Miete eines bestehenden Vertrags geändert wurde.5 Der Mietspiegel gibt damit das Mietniveau der letzten sechs Jahre vor der Erhebung wieder.

München erstellt seinen Mietspiegel alle zwei Jahre komplett neu. Die Daten beruhen auf einer repräsentativen Zufallsstichprobe aus dem Einwohnermelderegister der Landeshauptstadt. Der Mietspiegel gilt nach Angaben der Stadt für rund 500.000 frei finanzierte Wohnungen in München.5

Die durchschnittliche ortsübliche Nettokaltmiete laut Mietspiegel für München 2025 liegt bei 15,38 Euro pro Quadratmeter. Im Mietspiegel 2023 waren es noch 14,58 Euro, das entspricht einem Anstieg von rund 5,5 Prozent in zwei Jahren.6 Zum Vergleich: 2021 lag der Durchschnitt bei 12,05 Euro, 2019 bei 11,69 Euro. Innerhalb von sechs Jahren ist die durchschnittliche Mietspiegelmiete also um rund ein Drittel gestiegen.

Wichtig zu verstehen ist der Unterschied zwischen Neuvermietung und Bestand: Bei neu abgeschlossenen Verträgen liegt die durchschnittliche Nettokaltmiete laut Mietspiegel 2025 bei rund 17,06 Euro pro Quadratmeter, bei Bestandsmieten bei rund 14,47 Euro.7 Und beide Werte liegen noch einmal deutlich unter den Angebotsmieten auf den großen Immobilienportalen, weil der Mietspiegel auf den realen, auch älteren Vertragsbestand schaut, nicht auf das, was Vermieter heute für freie Wohnungen aufrufen.

KennzahlWert
Anerkannt vom Stadtrat26. März 2025
Löst abMietspiegel 2023
ErhebungszeitraumFebruar 2018 bis Januar 2024
DatenbasisZufallsstichprobe aus dem Melderegister
Abgedeckte Wohnungenrund 500.000 frei finanzierte
Ø Nettokaltmiete 202515,38 €/m²
Ø Nettokaltmiete 202314,58 €/m²
Veränderung in zwei Jahren+5,5 %
Ø Neuvermietung 2025rund 17,06 €/m²
Ø Bestand 2025rund 14,47 €/m²
Nächste Ausgabe2027 erwartet

Hinweis

Der Mietspiegel gilt nur für frei finanzierte Wohnungen. Nicht erfasst sind geförderter oder preisgebundener Wohnraum (Sozialwohnungen, München Modell, EOF), möblierte Vermietungen, Wohnheime sowie Wohnungen in bestimmten Ein- und Zweifamilienhäusern. Für diese Wohnformen gelten gesonderte Regeln.

So liest man den Münchner Mietspiegel

Der Münchner Mietspiegel funktioniert etwas anders als der reine Tabellen-Mietspiegel in manchen anderen Städten. Im Kern bestimmst du die ortsübliche Vergleichsmiete in drei Schritten: einem Ausgangswert aus der Tabelle, Zu- und Abschlägen für die Ausstattung und Lage sowie einigen Sondermerkmalen.8

1. Ausgangswert nach Baujahr und Wohnfläche

Den Ausgangswert liest du direkt aus den Mietspiegeltabellen ab. Maßgeblich sind dafür das Baujahr des Gebäudes und die Wohnfläche der Wohnung. Ältere und sehr kleine Wohnungen liegen pro Quadratmeter oft höher als große Neubauwohnungen, das Verhältnis hängt aber stark von der jeweiligen Baujahresklasse ab. Dieser Ausgangswert ist die Basis, von der aus weitergerechnet wird.

2. Zu- und Abschläge für Ausstattung, Bauweise und Lage

Auf den Ausgangswert kommen je nach Ausstattung, Bauweise und Wohnlage Zuschläge oder Abschläge.8 Positiv wirken etwa eine hochwertige Küche, ein modernes Bad, ein Aufzug, ein Balkon oder eine gute Wärmedämmung. Negativ schlagen fehlende Ausstattungsmerkmale, schlechter baulicher Zustand oder eine ungünstige Lage zu Buche. Auch die Wohnlage fließt hier als eigener Faktor ein: München unterscheidet im Mietspiegel grob zwischen einer durchschnittlichen und einer besonders guten Lage, und eine gute Lage hebt den Wert an.

3. Sondermerkmale und Spanne

Am Ende ergibt sich aus dem Ausgangswert plus oder minus den Zu- und Abschlägen die ortsübliche Vergleichsmiete für genau diese Wohnung. Manche Besonderheiten sind im Mietspiegel nicht abgebildet und müssen im Einzelfall gesondert bewertet werden. Wie bei jedem Mietspiegel gibt es keine punktgenaue Miete, sondern eine Spanne, innerhalb derer sich der konkrete Wert bewegt.

München-West im Überblick

München-West ist kein amtlicher Stadtbezirk, sondern fasst die westlich gelegenen Stadtbezirke der Landeshauptstadt zusammen. Dazu zählen je nach Abgrenzung vor allem Laim, Pasing-Obermenzing, Aubing-Lochhausen-Langwied, Hadern und Moosach. Diese Viertel decken eine große Bandbreite ab: vom dicht bebauten innenstadtnahen Laim über das lebendige Pasing mit eigenem Fernbahnhof bis zu den weiten, ländlich geprägten Flächen von Aubing am westlichen Stadtrand.

Anders als in manchen Städten veröffentlicht München keine eigenen Mietspiegeltabellen pro Stadtbezirk. Der Mietspiegel arbeitet stadtweit, die Lage geht nur als allgemeiner Lagefaktor (durchschnittlich oder gut) in die Berechnung ein, nicht als fester Wert je Viertel. Wer eine grobe Orientierung sucht, wie teuer der Westen im Vergleich ist, kann hilfsweise die Angebotsmieten der Immobilienportale heranziehen. Diese liegen systematisch über der Mietspiegelmiete, weil sie nur frei angebotene Wohnungen abbilden, geben aber das relative Preisgefälle zwischen den Vierteln gut wieder.

Die folgende Übersicht zeigt die durchschnittlichen Angebotsmieten ausgewählter Westbezirke nach Auswertung von ImmobilienScout24 (Stand jeweils 1. Quartal 2026). Es handelt sich ausdrücklich um Angebotsmieten, nicht um Mietspiegelwerte.9

StadtbezirkØ AngebotsmietePrägung
Laimrund 20,18 €/m²dicht bebautes, innenstadtnahes Wohnviertel mit guter Anbindung
Moosachrund 20,31 €/m²gemischtes Viertel im Nordwesten, U-Bahn-Anbindung, viel Neubau
Pasing-Obermenzingrund 20,04 €/m²Pasing dicht und urban, Obermenzing villen- und grünlandgeprägt
Hadernrund 19,76 €/m²ruhiges Viertel im Südwesten, Klinikum Großhadern, viel Grün
Aubing-Lochhausen-Langwiedrund 18,18 €/m²flächengrößter, dünn besiedelter Bezirk am Stadtrand, günstigste Werte des Westens

Das Muster ist typisch für München: Je näher an der Innenstadt und je besser die Anbindung, desto höher die Miete. Aubing am westlichen Rand bleibt mit Abstand am günstigsten, während Laim, Moosach und Pasing nah am gesamtstädtischen Niveau liegen. Wer mehr über die Zusammensetzung der Viertel wissen möchte, findet in unserer Übersicht zu den Stadtteilen in München-West eine Einordnung der einzelnen Lagen.

Den eigenen Wert online ermitteln

Wer für eine konkrete Wohnung in München-West die ortsübliche Vergleichsmiete bestimmen möchte, muss nicht mit der gedruckten Broschüre arbeiten. Die Landeshauptstadt stellt unter 2025.mietspiegel-muenchen.de ein offizielles, kostenfreies Online-Berechnungsprogramm zur Verfügung.10 Schritt für Schritt fragt es die nötigen Angaben ab:

  • Baujahr des Gebäudes
  • Wohnfläche in Quadratmetern
  • Wohnlage (durchschnittlich oder gut)
  • Ausstattung von Bad, Küche und Wohnung
  • Merkmale von Gebäude und Wohnumfeld, etwa Aufzug, Balkon oder energetischer Zustand

Am Ende gibt der Rechner einen Mietpreisspielraum aus, also den Bereich, in dem sich die ortsübliche Vergleichsmiete für genau diese Wohnung bewegt. Dieser Wert ist die offizielle Vergleichsmiete nach Mietspiegel und damit der Maßstab für jede Mieterhöhung und für die Mietpreisbremse.

Hinweis

Bei rechtlichen Fragen rund um eine Mieterhöhung oder die Mietpreisbremse beraten in München unter anderem der Mieterverein München, die Mieterhilfe München sowie das städtische Amt für Wohnen und Migration in der Franziskanerstraße 8. Die Mietberatung der Stadt ist kostenfrei.

Mieterhöhung prüfen: das Wichtigste in Kürze

Eine Mieterhöhung im Bestand ist nur unter mehreren Bedingungen zulässig. Die Miete muss seit mindestens 15 Monaten unverändert sein, sie darf die ortsübliche Vergleichsmiete nicht überschreiten und sie darf wegen der Kappungsgrenze nicht zu stark steigen.11 Für München gilt eine verschärfte Kappungsgrenze von 15 Prozent innerhalb von drei Jahren statt der bundesweit üblichen 20 Prozent, weil die Stadt als Gebiet mit angespanntem Wohnungsmarkt eingestuft ist.4

Beim Vergleich mit dem Mietspiegel zählt der konkrete Wert aus dem Online-Rechner, nicht der allgemeine Stadtdurchschnitt von 15,38 Euro. Bei Neuvermietungen begrenzt die Mietpreisbremse den neuen Vertrag auf maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete.4 München fällt vollständig unter die bayerische Mieterschutzverordnung, die zum 1. Januar 2026 neu erlassen und bis Ende 2029 verlängert wurde.12

Wer eine Mieterhöhung erhält, sollte sie nicht ungeprüft unterschreiben. Anhand des Mietspiegels lässt sich in wenigen Minuten prüfen, ob das Schreiben formell korrekt ist und ob der geforderte Betrag tatsächlich der ortsüblichen Vergleichsmiete entspricht. Wird die Mietspiegelobergrenze überschritten, ist die Erhöhung in dieser Höhe nicht durchsetzbar.

Ausblick: nächster Mietspiegel und die Münchner Wohnpolitik

München erstellt seinen Mietspiegel im Zwei-Jahres-Rhythmus. Die nächste Ausgabe ist damit für 2027 zu erwarten, der Erhebungszeitraum dürfte wieder die sechs Jahre davor abdecken.1 Bis dahin gelten die Werte des Mietspiegels 2025 als Maßstab. Wer eine Mieterhöhung erhält, sollte vor jeder Entscheidung den Online-Rechner unter 2025.mietspiegel-muenchen.de bemühen, das ist in zehn Minuten erledigt.

Für München-West bleibt das Bild absehbar zweigeteilt: Die innenstadtnahen Viertel Laim, Moosach und Pasing liegen nah am ohnehin hohen gesamtstädtischen Niveau, während der weitläufige Westrand um Aubing spürbar günstiger bleibt. Wie sich die Mietbelastung im Alltag auswirkt, ordnet unser Beitrag zu den Lebenshaltungskosten in München-West ein. Strukturell aber gilt für den gesamten Westen, wie für ganz München: Wohnen ist und bleibt teuer, und der Mietspiegel ist das wichtigste Werkzeug, um wenigstens die Spielregeln zu kennen.

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