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Nachrichten aus dem Münchner Westen
Lokales

Die 11 besten Sehenswürdigkeiten in München-West

Von der spätgotischen Blutenburg über die Villenkolonie Pasing bis zu den Langwieder Seen: ein Streifzug durch die unterschätzten Stadtbezirke im Westen Münchens.

Von Gunnar Brandt | 21. Juni 2026
Die 11 besten Sehenswürdigkeiten in München-West © Foto: High Contrast / Wikimedia Commons (CC BY 3.0 de)
Das Karlsgymnasium in Pasing.

München-West wird von Reisenden gern übersehen. Die Reiseführer schicken ihre Leser zum Marienplatz, ins Nymphenburger Schloss und an die Isar, selten weiter als bis zum Westend. Dabei beginnt hinter Laim ein Teil der Stadt, der eigene Dörfer, eigene Schlösser und einen Wasserreichtum hat, mit dem das Zentrum nicht mithalten kann.

Gemeint sind die drei westlichen Stadtbezirke: Pasing-Obermenzing (Bezirk 21), Aubing-Lochhausen-Langwied (Bezirk 22) und Laim (Bezirk 25). Pasing war bis zur Eingemeindung am 1. April 1938 eine eigenständige Stadt, Aubing und Laim waren bäuerliche Dörfer. Wer den Weg an die westliche Stadtgrenze auf sich nimmt, findet spätgotische Burgen, eine Villenkolonie aus der Gründerzeit, badetaugliche Seen und stille Auwälder. Elf Orte, die zeigen, warum sich die Fahrt lohnt.

Was dich erwartet

1. Schloss Blutenburg

  • Adresse: Seldweg 15, 81247 München (Obermenzing)
  • Eintritt: frei (Bibliothek und Schlosskapelle)
  • Geeignet für: Familien, Literaturfreunde, Spaziergänger
  • Verkehr: S-Bahn Pasing, dann rund 20 Minuten zu Fuß an der Würm entlang

Das wohl bekannteste Baudenkmal des Münchner Westens liegt malerisch an der Würm, eingerahmt von einem alten Schlossweiher. Aus einer Wasserburg des 13. Jahrhunderts machte Herzog Albrecht III. zwischen 1431 und 1440 seinen Wohnsitz, sein Sohn Herzog Sigismund ließ 1488 die spätgotische Schlosskapelle errichten. Sie gilt als kleines Meisterwerk der Münchner Spätgotik und stammt aus der Bauhütte der Frauenkirche.

Heute beherbergt die Anlage die Internationale Jugendbibliothek, die größte Bibliothek für Kinder- und Jugendliteratur der Welt mit Beständen in über 130 Sprachen. Im Dachgeschoss findet sich das Michael-Ende-Museum, dazu ein Erich-Kästner-Zimmer und der James-Krüss-Turm. Der Innenhof, das Schlosscafé und die Würmauen ringsum machen Blutenburg zu einem Ausflugsziel, das Literatur und Natur verbindet.

2. Pasinger Marienplatz und Mariensäule

  • Adresse: Pasinger Marienplatz, 81241 München
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Stadtbummler, Marktbesucher
  • Verkehr: S-Bahn und Bahnhof Pasing in wenigen Gehminuten

München hat zwei Marienplätze. Der zweite liegt im alten Ortskern von Pasing und erinnert daran, dass der Stadtteil bis 1938 eine selbstständige Stadt mit eigenem Bürgerstolz war. In der Mitte des Platzes steht eine eigene Mariensäule, kleiner als das berühmte Vorbild im Zentrum, aber sehenswert.

Rundherum gruppiert sich das, was vom alten Pasing geblieben ist: Gasthäuser, die Pfarrkirche Mariä Schutz an der Bäckerstraße und kurze Wege zur Würm. Wer Pasing kennenlernen will, fängt hier an und nicht an der gläsernen Shopping-Mall am Bahnhof. Mehr zur Entwicklung der einstigen Stadt liest du in unserem Überblick zur Geschichte von München-West.

3. Villenkolonie Pasing

  • Adresse: rund um den Wensauerplatz, 81245 München
  • Eintritt: frei (bewohntes Viertel, Außenbesichtigung)
  • Geeignet für: Architekturfreunde, Spaziergänger
  • Tipp: die Reiterstatue Otto von Bismarcks am Wensauerplatz

Nördlich des Pasinger Bahnhofs liegt eines der schönsten Gründerzeitquartiere Münchens. Der Architekt August Exter erwarb 1892 ein großes Ackerareal und legte ab demselben Jahr die Villenkolonie Neu-Pasing I an, nach dem Vorbild der englischen Gartenstadtbewegung. Er versorgte das Gelände auf eigene Kosten mit Kanälen und einem Wasserturm, schon 1895 waren fast alle der rund 120 Grundstücke verkauft.

Wer durch die Villenkolonien I und II schlendert, sieht repräsentative Häuser im Heimat-, Jugend- und Neorenaissancestil, viele davon denkmalgeschützt. Im Mittelpunkt der ersten Kolonie steht der Wensauerplatz mit einer Reiterstatue Otto von Bismarcks. Es ist ein Stück bürgerlicher Wohnkultur des späten 19. Jahrhunderts, das den Krieg fast unbeschadet überstanden hat.

4. Pasinger Stadtpark und die Würm

  • Adresse: Stadtparkstraße, 81245 München
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Familien, Jogger, Radfahrer
  • Saison: ganzjährig, am schönsten von Mai bis September

Der rund 20 Hektar große Pasinger Stadtpark entstand 1929, als Pasing noch eine eigene Stadt war. Die Würm, die den Park durchzieht, ist hier an mehreren Stellen zu kleinen Weihern aufgestaut. Alte Baumbestände, weite Wiesen und schattige Uferwege machen ihn zur grünen Lunge des Stadtteils und zu einem der schönsten Parks in München-West.

Vom Stadtpark aus führt der Würm-Grünzug nahezu durchgehend Richtung Norden bis nach Obermenzing und weiter, ein beliebter Rad- und Spazierweg, der das Würmtal von Starnberg bis Dachau verbindet. Wer mag, läuft vom Stadtpark in einer guten halben Stunde am Wasser entlang bis zur Blutenburg.

5. Aubinger Lohe

  • Adresse: westlicher Stadtrand, 81243 München (Aubing)
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Wanderer, Radfahrer, Naturfreunde
  • Highlight: alter Mischwald, Teil des Münchner Grüngürtels

Am westlichen Stadtrand erstreckt sich die Aubinger Lohe, ein Waldgebiet auf einer leichten Anhöhe und eines der beliebtesten Naherholungsgebiete im Münchner Westen. Der Hauptteil ist rund 1,8 Kilometer lang und 1,2 Kilometer breit, insgesamt umfasst das Gebiet etwa 6,2 Quadratkilometer und gehört zum Grüngürtel der Stadt.

Im nordöstlichen Teil der Lohe verbirgt sich der Burgstall Aubing, die Reste einer abgegangenen Höhenburg, vermutlich aus dem 10. Jahrhundert. Der bewaldete Burghügel heißt im Volksmund Teufelsburg und ist von Sagen umrankt. Wer die schmalen Pfade durch den Wald nimmt, kann die alten Wälle noch erahnen.

6. Langwieder Seenplatte

  • Adresse: Kreuzkapellenstraße, 81249 München (Langwied)
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Badegäste, Familien, Sonnenanbeter
  • Saison: Badesaison Mai bis September

Im Nordwesten des Bezirks liegt die Langwieder Seenplatte, ein rund 120 Hektar großes Naherholungsgebiet, das im August 2000 in seiner heutigen Form eröffnet wurde. Es umfasst den Langwieder See, den Lußsee und den kleineren Birkensee. Der Langwieder See ist Münchens zweitgrößter Badesee und entstand bereits in den 1930er Jahren durch Kiesabbau für den Autobahnbau.

Der Lußsee kam zwischen 1995 und 2000 hinzu, als Kiesgrube für den Bau der A99, und wurde 2010 zum saubersten See im Münchner Umland gewählt. Für die Badesaison wird die Wasserqualität regelmäßig als ausgezeichnet bewertet. Liegewiesen, Kiesstrand, Spielplätze und Beachvolleyballfelder machen die Seenplatte im Sommer zu einem der gefragtesten Ausflugsziele im Westen, mehr dazu in unserer Übersicht der schönsten Badeseen rund um München-West.

7. Schloss und Gut Freiham

  • Adresse: Freiham, 81249 München (Aubing)
  • Eintritt: Außenbesichtigung (privates Ensemble)
  • Geeignet für: Architekturfreunde, Spaziergänger
  • Tipp: die Heilig-Kreuz-Kirche am Gut

Im Süden Aubings, am Rand des riesigen neuen Stadtquartiers Freiham, steht das historische Gut Freiham. Erstmals 1136 erwähnt, bildet es heute ein denkmalgeschütztes Ensemble aus Schloss, der Freihamer Heilig-Kreuz-Kirche, dem ehemaligen Gutshof, der Schlosswirtschaft und einer früheren Kartoffelschnapsbrennerei.

Das im neugotischen Stil errichtete Schloss und die zugehörige Kirche stehen einzeln unter Denkmalschutz. Der Kontrast könnte größer kaum sein: Hinter dem alten Gutshof wächst seit Jahren eines der größten städtebaulichen Neubauprojekte Europas heran, vor dem Gut beginnt die freie Feldlandschaft Richtung Westen.

8. Laimer Schlössl

  • Adresse: Agnes-Bernauer-Straße, 80687 München (Laim)
  • Eintritt: nur Außenbesichtigung (Privatbesitz)
  • Geeignet für: Architekturfreunde, Fotografen
  • Tipp: die rosa Fassade im Nachmittagslicht

Die bekannteste Sehenswürdigkeit Laims ist das Laimer Schlössl, ein kleines Landhaus mit rosafarbener Fassade. 1908 erwarb es der bedeutende Münchner Architekt Theodor Fischer und baute es zu seinem Wohnhaus um. Bis zu seinem Tod 1938 lebte er hier, Fischer prägte als Stadtbaurat und Hochschullehrer das München der Jahrhundertwende wie kaum ein anderer.

Das Schlössl ist bis heute in Privatbesitz und nicht öffentlich zugänglich, lässt sich aber gut von außen betrachten. Gebäude und Garten stehen unter Denkmalschutz. Wer den Münchner Westen erkundet, sollte sich diesen stillen Zeugen der Architekturgeschichte nicht entgehen lassen.

9. Kirche St. Ulrich in Laim

  • Adresse: Laimer Anger, 80687 München (Laim)
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Geschichtsinteressierte, Ruhesuchende
  • Tipp: der alte Dorfkern am Laimer Anger

Am Laimer Anger, dem historischen Dorfkern, steht die Kirche St. Ulrich. Sie wurde 1315 erstmals urkundlich erwähnt, ist aber vermutlich rund 200 Jahre älter und reicht bis in die Gründungszeit von Laim zurück. Damit gehört sie zu den ältesten Bauwerken des heutigen Stadtbezirks.

Rund um die Kirche hat sich ein Rest dörflicher Atmosphäre erhalten, der im sonst dicht bebauten Laim überrascht. Der Stadtteil teilt sich bis heute in die beiden Bereiche Friedenheim und St. Ulrich. Wie sich das einstige Bauerndorf zum dicht besiedelten Wohnviertel entwickelt hat, zeigt unser Überblick zu den Stadtteilen von München-West.

10. Laimer Wasserturm an der Friedenheimer Brücke

  • Adresse: Friedenheimer Brücke, 80686 München (Laim)
  • Eintritt: nur Außenbesichtigung
  • Geeignet für: Fotografen, Eisenbahnfreunde
  • Tipp: Blick über das Gleisfeld Richtung Hauptbahnhof

An der Friedenheimer Brücke, dort wo sich Laim und das Eisenbahnareal des Münchner Westens berühren, steht der denkmalgeschützte Wasserturm von 1890. Er versorgte einst die Dampflokomotiven im Bahngelände und ist heute ein markantes Industriedenkmal und beliebtes Fotomotiv.

Von der Brücke aus reicht der Blick über eines der größten innerstädtischen Gleisfelder Münchens bis Richtung Hauptbahnhof. Die ganze Gegend ist im Wandel: Auf den alten Bahnflächen entstehen neue Quartiere, der Wasserturm bleibt als Zeuge der Eisenbahngeschichte stehen.

11. Obermenzing und der Würm-Grünzug

  • Adresse: rund um die Pfarrkirche Mariä Geburt, 81247 München
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Radfahrer, Spaziergänger, Ruhesuchende
  • Tipp: Würm-Radweg Richtung Blutenburg

Obermenzing war bis zur Eingemeindung 1938 ein eigenständiges Bauerndorf und hat sich seinen ruhigen, durchgrünten Charakter bewahrt. Zwischen Ein- und Mehrfamilienhäusern mit Gartenstadtcharakter findet sich die Pfarrkirche Mariä Geburt direkt an der Würm, ein stiller Ort mit altem Baumbestand.

Der eigentliche Reiz Obermenzings ist der Würm-Grünzug, der den Stadtteil durchzieht und Spaziergänger wie Radfahrer fast ungestört von Süden nach Norden führt. Wer ihm folgt, gelangt zur Blutenburg und versteht schnell, warum die Münchner ihren grünen Westen so schätzen.

Drei Geheimtipps für später
  • Lußsee: der jüngste und klarste der Langwieder Seen, ruhiger als der große Nachbar
  • Pasinger Fabrik: Kulturzentrum an der August-Exter-Straße mit Theater, Konzerten und Ausstellungen
  • Würm-Radweg: vom Pasinger Stadtpark über Blutenburg bis hinaus ins Würmtal Richtung Gräfelfing

Ausblick: Was als nächstes für Besucher entsteht

Der Münchner Westen verändert sich schnell. Im Süden Aubings wächst mit Freiham eines der größten neuen Stadtquartiere Europas heran, mit Schulen, Parks und einem neuen Ortszentrum direkt neben dem historischen Gut. Auf den alten Bahnflächen rund um Laim und Pasing entstehen weitere Wohnviertel und Grünverbindungen.

München-West ist kein Ort, an dem man eine Liste abarbeitet. Es ist ein Ort, an dem man sich Zeit nimmt: einen Nachmittag an der Würm verbringt, durch eine Villenkolonie schlendert, in der Blutenburg ein Buch aufschlägt und sich wundert, dass man in derselben Stadt wie der Marienplatz ist.

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